EchoSpore

Wahre Kunst bleibt unvergänglich. (Beethoven)

Löwenstein, Arthur

*1890/9/18 @ A - Wien
†1939/7/5 @ B - Antwerpen


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Biographisches etc.:


Werkverzeichnis(se) etc.:


Dokument(e)

σπορόφυτο / sporófyto

Herr Erik Tytgadt (Erfrechtopzoekingen | Loketwerking | Stad Antwerpen) schreibt am 12. Februar 2018:
"Na uitgebreid onderzoek in de bevolkingsregisters te Antwerpen, Berchem en Deurnehebben wij vastgesteld dat er GEEN kinderen geboren zijn uit het huwelijk van Arthur Löwenstein met Romana Bäckmann. ... Gelieve als bijlage de overlijdensakte te willen terugvinden."




Wir danken Herrn Erik Tytgadt, der Stadt Antwerpen, für die Zurverfügungstellung.

Frau José Ruijter und Herr Hen Oostendorp haben eine Übersetzung angefertigt und (nicht nur) dafür sind wir ihnen verbunden.

« Im Jahre 1939, 19. Juli, 10 Uhr Vormittags, habe ich, Unterzeichnender Constant Joris, Schöffe, ordentlicher Delegierter des Standenamtes der Gemeinde Deurne, infolge Artikel 80 des Bürgerlichen Gesetzbuches nachfolgenden Totenschein ausgefertigt.

Am 7. Juli des Jahres 1939, 10 Uhr Vormittags. Totenschein des Arthur Löwenstein, geboren in Nussdorf, Wien, in Österreich, heutzutage Deutschland, am 18. September des Jahres 1890, in Deurne, Provinz Antwerpen wohnhaft. Allhier gestorben am 5. Juli dieses Jahres, um 1 Uhr und 30 Minuten des Nachmittags, geschiedener Ehegatte von Johanna (...?) Lblikama (?) Zegers de Beijl, Ehegatte von Romana Bäckmann, ohne Beruf, 40 Jahre alt, wohnhaft in Deurne, Sohn von Rudolf Eduard Löwenstein und von Pauline Strauss, beide verstorben.

Gemäß mir erstatteter Anzeige von erwähnter Ehegattin und von Askar (?) Toegel (?), Kunstmaler, 39 Jahre alt, Nachbar des Gestorbenen, in Deurne wohnhaft. In der Folge im Rathaus sofort in zweifache Ausführung aufbereitet von mir Unterzeichnendem Jozef van Hombeeck, Bürgermeister, Beamter des Standamtes der Gemeinde Berchem, Provinz (?) ....m (?), solches wohl, nachdem ich mich versichert habe vom vorgenannten Sterbefall und nach Vortrag dieses [Textes] haben die Erschienenen auf Antrag, neben diesem [Text] unterzeichnet.

Unterzeichnet: Romana Bäckmann »

Duytschaever, Joris - Emeritus // Universiteit Antwerpen - Departement Letterkunde - sandte uns das folgende Dokument zu:

Mgr. Bär over Johanna Zegers de Beijl in Chevetogne
op 28 september 2009

Ein Interview mit Bischof Bär, einem Neffen von Löwensteins erster Gattin. Seitdem er in Rotterdam emeritiert wurde, lebt er im Benediktinerkloster Chevetogne in Belgien.



Wir danken dem Lizenzgeber (Quelle der Materialien),
Herrn Prof. emer. Joris Duytschaever
(s.a. anet.uantwerpen.be und dbnl.org),
für die Zurverfügungstellung. Das Dokument bleibt Eigentum von Herrn Prof. emer. Joris Duytschaever.

Auch die folgende Übersetzung verdanken wir Frau José Ruijter und Herrn Hen Oostendorp.

« Mgr. Bär über Johanna Zegers de Beijl in Chevetogne am 28. September 2009.

Ronald Bär wurde in Manado am 29. Juli 1928 geboren und blieb während des Krieges in einem Lager für Jungen, von seinen Eltern getrennt.

An die Zeit vor dem Krieg hat er kaum Erinnerungen, wie auch an seine "Tante", die tatsächlich keine Schwester seiner Mutter war, aber eine Tante aus einem "Seitenzweig" der Familie. In Niederländisch-Ostindien geboren hielt sie sich schon seit langer Zeit in den Niederlanden auf. Es könnte sein, dass - wegen des Aufenthaltes im Ausland in ihren jungen Jahren - ihre Integration in die niederländische Musikszene weniger gelang als bei ihren "Kollegen" und sie ggf. deshalb nicht zu den etablierten Spitzen-Musikern zählte. Auch war sie abgeneigt gegen Intrigen und einem Arrivismus; so meint jedenfalls ihr Cousin.

Am häufigsten hat er sie besucht im Jahre 1948, als er 20 Jahre alt war. Er erinnert sich, dass es damals im Großen und Ganzen freundschaftliche Kontakte gab zwischen ihr und Romana Bäckmann aus Antwerpen, die Witwe ihres zweiten Ehemannes, Arthur Lowenstein (1890-1939), von dem sie im Jahre 1938 geschieden wurde. Über ihren ersten Ehemann, den Sänger Ben de Bruijn (1877-1929), wurde in der Familie viel Gutes berichtet. Nach ihrer beider Trennung heiratete Romana am 12. September 1922 Arthur Löwenstein; auch für diesen war es die zweite Ehe.

Wie seine Tante, ebenfalls ursprünglich niederländisch reformiert, bekehrte er sich zum Katholizismus und trat 1953 in den Orden der Benediktiner in Chevetogne ein und nahm den Klosternamen "Philippe" an.

Johanna hat die Stimme ihres Neffen ausgebildet ("pose de la voix"), was ihm auch für den liturgischen Gesang von Nutzen war. Als er sie besuchte und sie ihm - in einem teilweise abgeschlossen Zimmer - Unterricht gab, bekam er oft gesagt: "Ich höre deine Atem nicht!", denn der Schwerpunkt ihrer Technik war "sich vollständig zu öffnen".

Manchmal kam es vor, dass ihr jemand wegen ihrer interessanten Sprechstimme auffiel und sie spontan sagte "Gnädige Frau, wissen Sie, dass Sie eine schöne Klangfarbe entwickeln könnten?". Bisweilen erwies es sich aber als Problem, dass die angesprochene Person für Fremdsprachen kein Talent hatte, so dass - Johanna hatte eine unzweideutige Vorliebe für Wagner - sich die "Wagnerstimme" auf den schönen Klang beschränken musste und eine berufliche Zukunft als Sänger verschlossen blieb.

Mgr. Bär nimmt an, dass ihre relative Unbekanntheit damit zu tun hat, dass Sie - mit Ausnahme von Jeanette van Dijck - keine Top-Sänger ausbildete. Mit ihren Schülern organisierte sie Abende im Alten Zoo. Sie hatte zahlreiche sympathische Eleven, diese riefen sie "Zegers" - nie "Löwenstein" ! In der Familie gab man ihr den Spitznamen "den Hoj", eine Art Anagramm von Johanna.

In ihrer Hochzeit erlangte sie eine gewisse Berühmtheit in Berlin mit Javaner Liedern, genannt Pantoengs (= "Wir-Lieder").

In einer späteren Periode - als Feldgeistlicher der Luftwaffe - besuchte er sie häufig von der Luftwaffenbasis Iepenburg aus; sie liegt in der Nähe von Den Haag. Einmal gingen Sie zusammen aus für einen Film, in dem Musik eine wichtige Rolle spielte, vielleicht einen Film über Beethoven "oder so". Sie verließen den Saal verärgert, weil die Musik so schlecht dargeboten wurde.

Bei institutsinternen Umzügen konnte sie hartnäckigen Widerstand leisten, wenn Sie bemerkte, dass man die Absicht hatte, ihre Unterlagen zu bewegen.

Damals wohnte sie am Amsterdamse Veerkade, anschließend im Nieuwe Molstraat 2C in Den Haag, wo sie auch am 13. Oktober 1977 im Alter von 92 Jahre verstarb. Mgr. Bär predigte anlässlich der Beerdigung. Sie ruht auf dem Friedhof Barbara.

Mgr. Bär bemüht sich um eine Verabredung für mich mit Ir. Klop, die um 70 Jahre alt sein muss, und wahrscheinlich in Alphen a/d Rijn lebt. Auch berichetet er von einem Arzt namens René Slot.

In Bischof Bärs Messbuch findem sich zwei Ausschnitte über den Tod seiner Tante:
1) von Seiten der Familie: G.A. Bär-de Ruyter, E.Zegers de Beijl, S.v. Boven-Nienhuys Ruys
2) von Seiten der Studenten: Nico Klop; Albarta de Groot und Lennert de Miranda.

Der Bischof scheint mit einem guten Gedächtnis gesegnet. Einige Informationen kann ich aus weiteren Quellen bestätigen, z.B. den guten Kontakt zwischen Johanna und Frau Löwenstein-Bäckmann. Ein Beleg ist beispielweise die Korrespondenz mit dem Sänger Simon "Siem" van Trirum im "Letterenhuis" in Antwerpen. Darin geht es um sein Debüt in der Oper in Antwerpen im Jahre 1954, wofür er die niederländische Übersetzung von "La Traviata" benötigte. Romana Bäckmann schreibt an ihn: "Leider kann ich keine niederländische Übersetzung der angeforderten Oper zur Verfügung stellen. Frau. Zegers aber wird vielleicht einige Arien daraus ins Niederländische übersetzen."

Joris Duytschaever
E.Casteleinstraat 28
BE-2020 Antwerpen
32- (0) 476 289 461


Nachdem dieser Text an Mgr. Bär vorgelegt wurde, darf er frei zirkulieren. »